Im Dezember dachte ich noch: Alles gut, es geht voran. Meine Gesundheit hat sich stabilisiert und ich kann wieder guten Mutes in die Zukunft schauen. Leider musste ich feststellen: Falsch gedacht. Es wurde erst noch einmal heftig, bevor es seit Mitte März wieder aufwärts geht. Diesmal hoffentlich für immer, dank eines neuen Medikamentes.
Aber ich wäre ja nicht ich, wenn ich mich davon unterkriegen lassen würde. Was die Märchen angeht, so habe ich verständlicherweise außer Planung und Vorbereitung für gesündere Tage nicht viel gemacht.
Trotz allem habe ich es mir gutgehen lassen, soweit das eben möglich war. Stück für Stück erobere ich mir mein Leben zurück.
Frau Holle verwandelt Franken in ein Winterwunderland
Anfang Januar dachte ich, bald schon habe ich es geschafft. Stück für Stück ging es aufwärts. Die Sonne lockte mich hinaus in den Schnee. Ja, ich konnte bei weitem nicht so ausdauernd gehen, wie dies noch im August des vergangenen Jahres möglich war, aber schon weit länger, als noch im Dezember. Anstiege vermied ich noch, doch ganz ohne Höhenmeter war auch nicht notwendig.

Unser erster Ausflug führte uns auf den Schwanberg bei Rödelsee. Ich liebe den Schwanberg seit jeher und freue mich immer, wenn ich ihn besuchen komme. Es ist ein sehr geschichtsträchtiger Berg, denn schon die Kelten errichteten dort ein Oppidum, von dem noch immer zwei mächtige Wälle zu bewundern sind. Auch gibt es einen See, den Birkensee, von dem man bis heute die Tiefe nicht kennt – verrät uns eine Tafel am Ufer des Sees. Heute befindet sich dort oben ein Friedwald der von den Evangelischen Schwestern von der Communität Casteller Ring geführt wird.
Der zweite Ausflug führte uns in die Weinberge von Sommerhausen, wo wir die Aussicht und die Sonne genießen konnten. Die Idee, hinterher im Ort einen Kaffee trinken zu gehen, scheiterte daran, dass es Januar war und die meisten Cafés in Winterpause waren. Und der Rest? Der hatte Ruhetag, weil es Montag war.

Die dritte und letzte Wanderung führte uns in die Weinberge oberhalb von Eibelstadt. Neben der wunderbaren Aussicht, dem glitzernden Schnees und der lachenden Sonne erwarteten uns auf dem Weg auch Informationstafeln. Eine davon interessierte mich besonders, denn sie verwies auf die Eibelstädter Lügensteine. Lügensteine? Was war das denn? Inzwischen habe ich ein bisschen recherchiert: Im Jahr 1725 wurden dem damaligen Würzburger Professor Johann Beringer (1667–1738) einige Fossilien aus Muschelkalk vorgelegt. Zunächst war er zögerlich, grub dann aber selbst nach und fand weitere Fossilien. Auf sein Betreiben hin grub man weiter und förderte rund 2000 Fossilien aus. Beringer war überzeugt, sie seien echt und hatte schon große Pläne. In Wahrheit aber war es nichts weiter als eine großangelegte Fälschung aus Kalkstein des mainfränkischen Muschelkalks, die ihm vermutlich zwei Kollegen unterjubelten: der ehemalige Jesuiten Ignatz Roderique, und Johann Georg von Eckhart, Geheimer Rat und Hof- und Universitätsbibliothekar.
Falls Du sie mal ansehen möchtest: Mehr als hundert der Steine befinden sich im Museum für Franken in Würzburg oben auf der Festung Marienberg.
Die liebe Gesundheit
Dass ich nicht gesund bin, weiß ich seit Kindertagen, kam ich doch mit einem angeborenen Herzfehler zur Welt. Ebenso weiß ich seit bestimmt dreißig Jahren, dass die daraus resultierende Pulmonale Hypertonie ordentlich Probleme machen kann. So schlimm, wie seit September vergangenen Jahres, war es aber schon seit Anfang der 1990er nicht mehr.

Mitte Januar kam das Bluthusten zurück, mit aller Gewalt. Ich spuckte fast täglich und leider nicht nur ein bisschen Blut. So konnte es nicht bleiben. Vom Krankenhaus in Kitzingen wurde ich in die PH Ambulanz nach Würzburg überwiesen. Die Frage, ob ich ein Medikament gegen den Druck nehmen werde, beschäftigt mich schon lange, da ich hier widersprüchliche Aussagen meiner behandelten Mediziner habe. Ich selbst habe vor langer Zeit entschieden: Wenn es mir wieder viel schlechter geht, dann bin ich bereit, diesen Versuch zu unternehmen. Mein Motto in dieser Beziehung: „Never tough a running system“ – „Fass niemals ein funktionierendes System an“. Jetzt aber funktionierte das System nicht mehr. Der Zeitpunkt war gekommen. Zunächst musste aber der exakte Druck geklärt werden, was nur mittels Herzkatheter möglich war und weil bei mir niemals etwas einfach war, brauchten wir zwei Katheter in nicht mal zehn Tagen. Und ja, es hat mich mitgenommen… Im Anschluss bekam ich zwei Medikamente, von denen ich eines nicht vertragen habe, weil es meine Leber „fressen“ wollte… Ob das eine ausreicht? Wir werden sehen, doch ich bin guter Hoffnung, denn meine normalen Blutdruckwerte, die mit Gabe der Medikamente ebenfalls gefallen sind, haben sich seither nicht wieder verändert. Wenn das kein gutes Zeichen ist?
Allerlei Märchenhaftes
Entsprechend meinem Gesundheitszustand hielt sich die märchenhafte Zeit im ersten Quartal 2026 ein bisschen in überschaubaren Grenzen. Doch ein paar Dinge kann ich dennoch berichten.
Treffen der MÄRCHENERZÄHLEREI
Gleich am 08. Januar war ich mit der Bahn in Nürnberg beim Treffen der MÄRCHENERZÄHLEREI von der ich ein Teil bin. Dieses Mal stand unser jährliches Treffen in Pappenheim, das 17-jährige Jubiläum von Märchen im Turm, die Hörmärchen für die Homepage, unser gemeinsamer Auftritt in den sozialen Medien, die Frage nach einem gemeinsamen Flyer und vieles mehr. Es war ein ziemlich arbeitsintensives Treffen, doch es gelang uns, bei allen Punkten zu einem guten Ergebnis zu kommen. Besonders gefreut hat mich die gute, aufmerksame und konstruktive Stimmung des Treffens. So dürfen die nächsten sehr gerne wieder werden.
Flyer, Flyer
Geschafft! Mein Flyer für den Märchengarten 2026, der dieses Jahr sehr lange auf sich warten ließ, ist fertig und befindet sich aktuell im Druck. Da ich feststellen musste, dass das Wetter im Winter einfach unberechenbar ist, habe ich entschieden, nur noch von O bis O im Märchengarten zu erzählen, also von Ostern bis Oktober. In diesem Jahr allerdings beginne ich erst im Mai, weil ich im April in der katholischen Kirche in Mainstockheim jüdischen Märchen erzähle.

Darüber hinaus habe ich eine Vorlage erstellt, nach deren Muster die MÄRCHENERZÄHLEREI einen eigenen Flyer herausbringen kann. Es war gar nicht so einfach, die vielen Termine, die in einem Halbjahr bei 11 Erzählerinnen und einem Erzähler anfallen. Aber es ist mir gelungen, eine gute Aufteilung zu finden. Jetzt müssen wir uns nur noch entscheiden, ob wir lieber einen klassischen Halbjahresflyer – also Januar bis Juni und Juli bis Dezember – oder lieber einen Sommer- und Winterhalbjahresflyer herausbringen wollen. Die Entscheidung fällt voraussichtlich beim nächsten Treffen im Mai.
Ein eigener Newsletter
Die Idee eines eigenen Newsletters schwirrt schon seit Jahren in meinem Kopf herum, aber bisher war es nie weiter gegangen als zur Idee. Jetzt im März habe ich endlich Nägel mit Köpfen gemacht: Es soll ein monatlicher Newsletter werden, in dem ich außer meinen jeweiligen öffentlichen Terminen Gedanken rund um ein Märchen teilen werde. Sicherlich wird es auch hin und wieder einmal etwas Besonderes geben: Ein Rätsel, ein Gewinnspiel oder was mir sonst so einfällt.
Hast Du Lust von mir mit auf die Märchenreise genommen zu werden? Dann abonniere gern meinen Newsletter: https://heikes-maerchenwelt.de/newsletter
Jüdische Märchen in der ehemaligen Synagoge
Lange geplant, immer wieder verschoben… Doch jetzt steht der Termin, die Märchen sind ausgesucht und ich bin fleißig dabei die Märchen zu lernen. Ich freue mich riesig auf diesen Märchenabend, umrahmt mit Musik in der katholischen Kirche Mainstockheim. Das besondere am Kirchenraum ist, dass die Gemeinde sich bei der Renovierung damals für einen Innenausbau entschied, der das jüdische Erbe sichtbar macht. So wurde z.B. die Rosette restauriert, die beiden Altarbilder sind in Art von Schriftrollen gehalten und auch ein siebenarmiger Leuchter steht im Raum. Auf letzterem steht die Osterkerze. Es soll ein Symbol dafür sein, dass das Christentum auf dem Erbe des Judentums aufbaut und quasi eine gemeinsame Grundlage besitzt.
Lust mit dabei zu sein? Ich freue mich, wenn wir uns sehen.

Ausblick auf den April 2026
- Meine Osterbrunnenjagd – Ich liebe Osterbrunnen und versuche jedes Jahr einmal in die Fränkische Schweiz zu fahren, um möglichst viele Osterbrunnen zu sehen.
- Es wird wärmer – und damit kann ich mich hoffentlich wieder besser und mehr draußen bewegen und wandern gehen.
- Der jüdische Märchenabend in der katholischen Kirche Mainstockheim.