Es geht aufwärts. Nicht nur die Kraft der Sonne, sondern auch meine eigene Kraft nimmt wieder zu. Noch bin ich lange nicht da, wo ich im September letzten Jahres gesundheitlich war, aber die Hoffnung, die alte Form wieder zu erlangen, wächst stetig. So konnte ich jetzt im April wieder „Osterbrunnen jagen“ wie ich das Fotografieren der Osterbrunnen immer nenne und einen lange geplanten Märchenabend realisieren.
Jüdische Märchen in der katholischen Kirche Mainstockheim
Lange schon war dieser Märchenabend geplant, doch jedes Mal kam etwas dazwischen und er wurde wieder verschoben. Um ehrlich zu sein, ich glaubte langsam nicht mehr, dass es mit dem Abend in der Kirche noch einmal etwas werden würde… Doch diesmal funktionierte alles.
An einem schönen Samstagabend lud das Gemeindeteam der katholischen Kirchengemeinde St. Gumbert Mainstockheim zu einem jüdischen Märchenabend in die Kirche ein.
Die Gemeinde Mainstockheim fühlt sich der jüdischen Gemeinde sehr verbunden, was nicht zuletzt daran liegt, dass das heutige Gotteshaus als jüdische Synagoge errichtet wurde. Als vor einigen Jahren der Kirchenraum renoviert werden musste, entschied man sich bewusst für eine schlichte Ausstattung. Zwei große Bilder zieren die Wand hinter dem Altar, sie stellen zwei Schriftrollen dar, einmal mit einem Zitat aus dem alten und einmal aus dem neuen Testament. Angefertigt hat sie der Münsterschwarzacher Pater Meinrad Duffner OSB. Sie sollen einmal mehr die Verbindung zwischen beiden Religionen zeigen.

Jüdische Märchen sind voller Weisheit, laden zum Nachdenken, zum Träumen und manchmal auch zum Schmunzeln ein. Da Juden in der ganzen Welt zu Hause sind, konnte ich aus dem vollen schöpfen und Märchen aus aller Welt auswählen. Wie immer erzählte ich frei und lebendig und es freute mich besonders, dass ich in den Augen meiner Zuhörer und Zuhörerinnen ablesen konnte, dass sie mit mir auf die Reise gingen. Der Abend wurde von Dagmar Ungerer-Brams an der Orgel umrahmt und in der Pause gab es neben Getränken auch die Möglichkeit, sich auszutauschen.
Es war ein wunderschöner Abend, der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Osterbrunnenjagd
Wer mir schon länger folgt, der weiß, dass ich für mein Leben gern Osterbrunnen „jage“ – also nach ihnen Ausschau halte und sie fotografiere. Der Brauch Osterbrunnen zu schmücken gibt es in der fränkischen Schweiz seit über einhundert Jahren. Wann immer ich es einrichten kann, fahre ich zur Osterbrunnenzeit in die Fränkische, bewaffnet mit Fotoapparat, auf der Suche nach besonders schön geschmückten Brunnen.
Im Laufe der Zeit ist schon eine beachtliche Menge an Bildern zusammengekommen. Vor zwei Jahren konnte ich den wohl meist bewandertsten Brunnen, den größte Osterbrunnen der Welt in Bieberbach bei Egloffstein fotografieren. Mit 11.108 von Hand bemalten ausgeblasenen Eiern hat er es sogar ins Guinnessbuch der Rekorde geschafft hat. Einmal fand ich einen Brunnen, des Eiern bemalt waren wie der Fränkische Rechen in rot und weiß. In diesem Jahr fand ich dann ein ganz besonderes, etwas außerhalb des Ortes gelegenes Kleinod. Ein Brunnen, direkt am Waldrand unter alten Bäumen.

Mein herzlicher Dank geht an dieser Stelle hinaus an die vielen, vielen fleißigen Hände, die Eier bemalen und die Brunnen schmücken.
Werde ich nächstes Jahr wieder ausziehen, Osterbrunnen zu jagen? Ja klar! Denn es ist immer wieder neu und wunderschön.
Ein Ausflug zum Kulturspeicher in Würzburg
Seit einigen Jahren bin ich Teil von Netzwerk Kultur Kitzingen. Unter all den bildenden Künstlern bin ich ein wenig der Exot, denn zum Ausstellen habe ich doch herzlich wenig. Nichtsdestotrotz bin ich gerne Teil der Gruppe.
Ich gebe freimütig zu, ich kann mit abstrakten Bildern sehr wenig anfangen und die Bilder, die der Kulturspeicher Würzburg zeigt, erschienen mir, rein vom Internet her, nicht besonders attraktiv für mich. Dennoch zögerte ich keinen Augenblick zusammen mit den anderen Künstlern den Kulturspeicher zu besuchen.
Was soll ich sagen: Ich war sehr, sehr überrascht. Die Bilder – und übrigens auch die hervorragende Führung – nahmen mich in ihren Bann. Nein, nicht mit jedem Bild konnte ich etwas anfangen, doch es waren viele, die mir gut gefielen. So viele, dass ich beschlossen habe, noch einmal einen Ausflug zum Kulturspeicher zu unternehmen.
Mein Fazit: Es hat sich sehr gelohnt und ich kann die Ausstellung nur wärmstens empfehlen.
Was im April 2026 sonst noch los war
- Co-Working mit meiner Erzählkollegin Bettina gestartet
- Märchenzirkeltreffen in Nürnberg
- Zwei Wanderungen am Main entlang bei strahlendem Sonnenschein
- Runder Geburtstag meines Mannes

Ausblick auf den Mai 2026
- Treffen der MÄRCHENERZÄHLEREI in Nürnberg
- Gesundheits-Check-Up beim Kardiologen
- Ausflug nach Aschaffenburg in den Schlossgarten
- Alles (ver)wandelt sich – mein Erzählabend im Märchengarten