Alles neu macht der Mai, so heißt es in einem Sprichwort. Und wenn er auch nicht alles neu gemacht hat, so hat er mich wieder ins Leben zurückgebracht. Meine Gesundheit stabilisiert sich Stück für Stück und ich bin dankbar, wieder so aktiv sein zu können, wie es eben geht – auch wenn noch ordentlich Luft nach oben es. Immerhin drei Wanderungen konnte ich in Gemeinschaft erleben, den Mittelaltermarkt in Freienfels besuchen und natürlich gab es wieder Märchen im Märchengarten.
Märchenabend im Märchengarten
Der letzte Märchenabend in meinem Märchengarten lag schon lange zurück, genau gesagt im August 2025. Danach suchte mich meine angeborene Krankheit mit den daraus resultierenden Folgen heim. Um so mehr freute es mich, dass ich jetzt im Mai endlich wieder in meinem Garten erzählen konnte. Besonders freute es mich, dass der Abend gut besucht war und meine Verwandtschaft den Weg zu mir fand.
Alles (ver-)wandelt sich, so lautete mein Motto. Und es ist schon erstaunlich, was sich im Märchen so alles verwandeln kann. Tiere legen ihre Häute ab, Unglück in Glück, Armut in Reichtum und sogar Neid und Bosheit in Zufriedenheit. Ach wie schön wäre es, wenn das im echten Leben auch möglich wäre… Wobei, möglich ist es! Wir müssen dem nur eine Chance geben und uns auf den Weg machen.

Ausflug zum Mittelaltermarkt nach Freienfels
Wer mich schon länger kennt, der weiß, ich liebe Mittelaltermärkte. Mein allererster Mittelaltermarkt war der Hexenmarkt am Platz rund um das Schloss in Weilburg zu Walpurgis 1998. Auf dem Rückweg kamen wir – eher durch Zufall – an Freienfels vorbei und stießen auf einen wahrhaft riesigen Mittelaltermarkt. Den Hexenmarkt in Weilburg gibt es nicht mehr, die Freienfelser Ritterspiele hingegen schon – und seit damals sind wir treue Fans.
Auch in diesem Jahr zog es uns nach Freienfels. Viele Stunden schlenderten wir über den Markt, lauschten den Musikanten, probierten hier und dort die Speisen und plauderten nett mit dem ein oder anderen Standbetreiber. Ja, und dann habe ich doch tatsächlich einen Gürtel für mein neues Kleid gefunden, der passt, als wäre er genau dafür gemacht. Lustiger Weise habe ich wieder bei dem gleichen Mann, einem Franzosen, gekauft, von dem ich im vergangenen Jahr schon den Gürtel für mein blaues Kleid erstanden hatte.
Welche Berufsbezeichnung er führt, weiß ich nicht, wohl aber, dass er die Gürtel alle selbst herstellt. Woher ich das weiß? Nun, erstens haben wir uns unterhalten und zweitens hat er mir im vergangenen Jahr einen Gürtel nach meinen Wünschen angefertigt und später von Frankreich aus zugeschickt.

Auf Schusters Rappen unterwegs
Wer mich kennt, der weiß, dass ich liebend gern auf Schusters Rappen unterwegs bin. Angefangen hat alles 2010, als ich mich für sechs Wochen in der Nähe von Bad Salzungen aufhielt. Mein Sohn war damals zur Kur und die Eltern sollten aus Kliniksicht nicht dabei sein. Mein damals 8-jähriger fand das anderes und als Kompromiss quartierte ich mich in der Nähe ein, so dass ich im Zweifelsfall schnell bei ihm war. – Was übrigens nie nötig war.
Nachdem mich letzten September wie bereits berichtet eine ziemlich heftige Periode meiner Krankheit erreichte, war meine Leistungsfähigkeit auf ein Minimum gesunken. Von Wanderungen, gar alleine, konnte ich nur träumen. Seit April kämpfe ich mich auch diesbezüglich zurück, wenn ich es bisher auch vermieden habe „Nur-für-mich-Wanderungen“ zu unternehmen. Doch ich will zufrieden sein (übrigens nicht zu verwechseln mit mich zufrieden geben…), denn gemeinsam mit meinem Mann konnte ich bereits wieder einen Ausflug zwei wunderschöne Wanderungen machen.
Als erstes haben wir uns den Schlossgarten von Aschaffenburg angesehen, der schon lange auf meiner Wunschliste stand. Es war ziemlich heiß an diesem Tag und weil ich doch noch nicht wirklich fit bin, haben wir leider nicht alles gesehen. Obwohl – leider? Das gibt uns schließlich die Möglichkeit noch einmal wieder zu kommen…

Dann waren wir im Wald nahe Wiesenfeld, im Landkreis Karlstadt wandern. Eine kleine, aber feine Runde, auf der ich ein paar schöne Wegbilder, ein Unfallkreuz und einen verwunschenen Weiher entdecken konnte.
Die zweite Wanderung führte uns ein paar Tage später in den Wald bei Helmitzheim im Landkreis Kitzingen. An dem Tag war es sehr heiß, so dass ich Schattenhopping betrieben habe. Glücklicherweise war genug davon da und auch ein leichter Wind sorgte dafür, dass es nicht allzu unangenehm wurde. Auch auf dieser Runde gab es einen verwunschenen Teich, der in diesem Fall von einigen Fröschen bewohnt war, die mehrstimmig ein Froschkonzert anstimmten. Ob der Froschkönig wohl auch unter ihnen war?

Was im Mai 2026 sonst noch los war
- Mein erster Newsletter ging raus
- Besuch zweier Waldohreulen-Nestlinge in meinem Garten
- Spontanes Frühstück mit meinen Geschwistern und meinem Cousin
- Ebenso spontanes wie schönes, kleines Treffen mit vier Klassenkameraden meiner Realschulklasse
Ausblick auf den Juni 2026
- Alljährliches Treffen der MÄRCHENERZÄHLEREI in Pappenheim
- Besuch im Freilichttheater Röttingen
- Zwei Märchenabende zum Thema „Hoch-Zeit“, einmal bei Märchen im Turm und einmal in meinem Märchengarten