Endlich, endlich war meine Gesundheit wieder so hergestellt, dass ich wieder halbwegs normal leben konnte. Ja, halbwegs. Ob es wirklich meine Lunge war, die noch Schonung brauchte, oder doch eher meine Angst, die nicht schon wieder auf der Nase liegen wollte, da bin ich mir nicht sicher. Sicher bin ich mir jedoch, dass es mir endlich wieder gelang, ein fast normales Leben zu führen – und dafür bin ich unendlich dankbar.
Fleißiges Erzählbienchen
Der Dezember war geprägt von vielen Erzählveranstaltungen, die ich abhalten durfte. Zwar war meine Lunge noch nicht zu hundertprozentig fit, aber fit genug, dass ich wieder regelmäßig erzählen konnte. In diesem Monat hatte ich ein sehr gemischtes Publikum: Ich durfte für Kinder, für ältere Damen und Herren, sowie für die Kranken einer Reha-Klinik erzählen.

Es ist schön zu erleben, wie Groß und Klein, Jung und Alt von den Märchen angesprochen wird. Ich bin immer ganz gerührt, wenn ich nach der Veranstaltung mit den Menschen ins Gespräch komme und sie mit mir teilen, was sie an den von mir ausgewählten Geschichten oder meiner Art des Vortragens besonders berührt. Es ist schön zu spüren, was die Märchen alles auslösen können und ich bin dankbar, das Sprachrohr sein zu dürfen.
Unser Fast-Ausflug auf den mittelalterlichen Weihnachtsmarkt der Burg Ronneburg
Habe ich schon einmal erzählt, dass ich Weihnachtsmärkte liebe? Diese besondere Atmosphäre, ich liebe sie und daher nehme ich mir jedes Jahr vor: Dieses Jahr wird viel auf Weihnachtsmärkte gegangen. Aber, Hand aufs Herz, in den meisten Jahren blieb es bei dem Vorsatz. Nicht so 2025, da habe ich mit meinem Mann vier Weihnachtsmärkte besucht: Iphofen, Wertheim, Ochsenfurt und Marktheidenfeld. Und ich schaffte es sogar, noch den Weihnachtsmarkt in Fürth allein zu besuchen.

Tja, und dann gab es da noch den mittelalterlichen Weihnachtsmarkt auf der Burg Ronneburg in Hessen. Ich bin, wie du sicher weißt, mittelalterbegeistert. Das Gewand, das ich bei Erzählauftritten trage, habe ich auf einem Mittelaltermarkt gekauft – eigentlich um auf Märkte damit zu gehen. Dass ich es später zur „Arbeitskleidung“ umfunktionieren würde, wusste ich da noch nicht. Jedenfalls gehen wir schon seit Jahren auf die Mittelaltermärkte auf der Burg Ronneburg und so setzten wir uns auch dieses Jahr ins Auto, um den Weihnachtsmarkt zu besuchen – ich natürlich im Gewand.
Anders als sonst wollten wir diesmal nicht so früh wie möglich da sein, um dann gegen vier Uhr nachmittags wieder zu fahren, sondern wollten erst am Nachmittag auf die Burg, damit wir das Feuerwerk am späten Abend erleben konnten.
Blöd war nur, dass das gefühlt eine Million anderer Menschen auch wollte und wir bereits gut einen Kilometer vor der Abzweigung zur Ronneburg im Stau standen. Okay, die Lust in der Schlange zu warten, bis wir uns den Berg hochquälen konnten, hielt sich in überschaubaren Grenzen und so drehten wir auf der Straße um und fuhren in einen der nächsten Orte, um dort im Café „Hüftgold“ ein wenig Zeit zu überbrücken. Übrigens dürfte der Name Programm sein, wenn ich mir die Torten, die man bekommen konnte, so ansah…
Nach einer guten Stunde versuchten wir noch einmal unser Glück – aber die Schlange war angewachsen, statt geschrumpft, so dass wir noch einmal umdrehten, und wieder Richtung Heimat fuhren.

Nun waren wir am vorangegangenen Wochenende in Wertheim auf dem Weihnachtsmarkt gewesen und ich hatte auf einem Plakat gelesen, dass am dritten und vierten Adventssonntag auch dort ein mittelalterlicher Weihnachtsmarkt stattfand und so beschlossen wir, einen Abstecher nach Wertheim zu unternehmen.
Wo findet so ein mittelalterlicher Weihnachtsmarkt statt? Auf der Burg natürlich! Dachte ich jedenfalls… Also habe ich mich den Berg hinauf gequält, aber dort oben war nichts, kein Stand weit und breit, keine Händler, kein Stand mit heißem Met, keine Fleischspieße. Inzwischen knurrte allerdings mein Magen. Ich hatte seit Mittag nichts mehr gegessen, denn ich steh nicht so auf Süßes und habe daher die Torten verschmäht. Da kam mir das Burgrestaurant gerade Recht und Glück gehabt, sie hatten noch einen Platz für uns beide frei.
Da saß ich nun, mitten im Saal, in vollem Gewand – und war definitiv der Anlass für einige Gespräche. Die Blicke, die mir zuflogen, waren unbezahlbar. Auffallen? Kann ich!

Den mittelalterlichen Weihnachtsmarkt haben wir dann übrigens auch noch gefunden, unten am Main, direkt neben dem großen Parkplatz. Es waren eine gute Handvoll Stände und auch hier fiel ich auf, denn selbst die Standbetreiber waren nicht alle voll gewandet – im Gegensatz zu mir. Aber immerhin, ich habe doch noch einen heißen Met bekommen und für meinen Wachsfresser einen Permanentdocht.
Ein besonderes Weihnachtsgeschenk
„Halte dir die Tage vom 27.-29. Dezember frei“, hatte mir mein Mann bereits im November aufgetragen. Selbst unter dem Weihnachtsbaum habe ich noch immer nicht erfahren, wohin die Reise ging. Dann drei Tage später war es soweit und wir machten uns auf den Weg in den Süden. In Bodman-Ludwigshafen hatte er eine kleine Ferienwohnung für uns reserviert. Am Abend führte er mich in ein kleines, nettes Restaurant unten am See, in dem wir sehr lecker gegessen haben.

Am nächsten Tag fuhren wir zunächst ins SEA LIFE nach Konstanz, dann gab es einen leckeren Apfelstrudel direkt im Café am See in Bodman-Ludwigshafen bevor wir zum absoluten Highlight meines Weihnachtsgeschenkes kamen: Dem Besuch des Chrismas Garden auf der Insel Mainau. Ich war sehr gespannt, denn im vergangenen Jahr waren wir in Stuttgart in der Wilhelma bei Chrismas Garden. Würde es wieder so wundervoll werden?
Es war ein wunderschönes Erlebnis: Die Licht-Installationen waren gut gemacht und unterschieden sich in vielem von Stuttgart. Die beleuchteten Bäume vor dem Schloss, die sich im Rhythmus der Musik bewegten, fand ich bezaubernd. Für mich als Liebhaberin und Erzählerin von Märchen waren die vielen Märchenfiguren, die in bunten Lichtern erstrahlten, natürlich etwas ganz Besonderes.

Dennoch muss ich sagen: Stuttgart hat mir besser gefallen. Vielleicht lag es nur daran, dass es mein erstes Mal war, vielleicht daran, dass die räumlichen Voraussetzungen mit dem großen See sich besser eigneten, vielleicht auch daran, dass mir die ein oder andere Installation besser gefiel. Ich weiß es nicht, aber eines weiß ich sicher: Es war nicht der letzte Chrismas Garden, den ich besucht habe.
Was im Dezember 2025 sonst noch los war
- Die Raunächte – und kein Jahresrückblog:
Die Raunächte sind eine Zeit für Rückzug, für auf sich selbst besinnen. Irgendwie fühlte es sich daher für mich nicht stimmig an, jetzt den Rückblick zu schreiben. Daher entschied ich mich dafür, den Jahresrückblog auf Januar zu verschieben. - Der Schluchtweg – Kühle Runde am Gießbachtobel:
Bevor wir aus Bodman-Ludwigshafen wieder nach Hause gefahren sind, erkundeten wir noch den Schluchtweg. Es war eine kurze, aber sehr schöne Wanderung, über durchwegs befestigtes Gelände, mit vielen Holzbrücken und Geländer. Dabei musste ich feststellen, dass mehr leider auch konditionell noch nicht ging. Mein Körper muss sich noch kräftig erholen. - Die Raben:
Auf dem Nachbarsgrundstück steht ein großer Walnussbaum. Mit einem Male rauschte ein ganzer Schwarm Raben (oder waren es Krähen?) heran und verteilten sich auf dem Baum. Ein Anblick wie im Märchen – oder bei Edgar Allen Poe.
Ausblick auf den Januar 2025
- Schneewanderungen
- Auf nach Bad Orb
- Planung, Planung und nochmal Planung